Schafe mussten die Wolle lassen

Trotz des wechselhaften Wetters kamen viele Besucher am Sonntag nicht nur wegen der Häuser ins Freilandmuseum, sondern auch wegen der Schafschur der eigenen Museumsschafe. angesagt.
„Die Wolle muß runter“ hieß es wieder. Schafscherer Karl-Norbert Greulich aus Hundheim zeigte den Besuchern, wie in wenigen Minuten ein Schaf von seiner dicken Wolle befreit wurde. Nebenbei wurde den Schafen die Klauen geschnitten und sie wurden gegen Krankheiten geimpft.

Das ganze Jahr über sind die Rhönschafe auf dem Gelände des Museumsdorfes zu Hause. Das Odenwälder Freilandmuseum hat die einzige Zucht von Rhönschafen in ganz Baden-Württemberg.
Das Rhönschaf gehört zu der ältesten Nutztierrassen in Deutschland. Urkundlich wurde es 1844 in den Akten des Fuldaer Hochstifts erwähnt. Es ist gelb-weiß mit einem schwarzen Kopf ohne Hörner, trägt eine grobe, wenig gekräuselte, wenig elastische Wolle, ist von großem Körperbau, starkknochig und von großer Mastfähigkeit.
Das Rhönschaf ist gut geeignet für rauhes,feuchtes Klima in den Mittelgebirgslagen. Es zeichnet sich durch harte Klauen, gute Marschfähigkeit und problemlose Ablammung aus. Diese Eigenschaften machen es geeignet für den Einsatz in der Landschaftspflege, insbesonders auf extensiv genutzten oder verbrachten Grünlandstandorten.
Betreut werden die Schafe das Jahr über von Bernhard Schurz. Die abgeschorene Schafswolle wurde zur Weiterverarbeitung an den Spinnstubenfrauen des Heimatvereins Höpfingen weiter gegeben. Im blauem Haus, dem Haus des Schäfers, zeigten die Frauen dem Besucher an diesem Tag viel Anschauliches über die Weiterverarbeitung und Fertigung, die der Mensch bei der Nutztierhaltung anwandte, umden Bedarf an Kleidung zu decken.
Anwesend waren weiter eine Filzerin, die das Filzen von Wolle zeigte, und eine Seifenerzeugerin. Sie zeigte dem Besucher, wie man damals Seife hergestellt hatte.

Die nächsten Veranstaltungen findet am 25. Mai von 13 Uhr bis 18 Uhr statt. Im Hof Schüssler zeigt der Schmied, im Museumsdorf selbst der Korbflechter sein Können. hape

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