Alte Arbeits- und Handwerkstechniken vorgeführt

Alte Handwerksberufe lebten am Sonntag im Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf auf: Korbflechter, Schmied, Sattler und Filzerin, Drechsler und Buchbinderin zeigten ihre handwerkliche Kunst der Herstellung ihrer Waren aus der vergangenen Zeit.

 

Wieder einmal durften große und kleine Besucher den Handwerkern über die Schulter schauen und dabei konnten sie vieles über die traditionellen Herstellungsmethoden erfahren. Dabei hatten besonders die kleinen Besucher ihren Spaß. Sie durften beim Drechsler kleine Kreisel anfertigen und bei der Wollverarbeitung kleine Tierfiguren herstellen. Im Hof Schüßler präsentierte der Schmied sein handwerkliches können. Denn alles was damals und auch heute noch mit Metallgüterherstellung zu tun hatte, vom Nagel über das Hufeisen , dem Schwert bis zu einem kunsthandwerklichen Metallzaun war und ist Sache des Schmieds. Das Schmieden eines Eisens erfordert jahrelange Erfahrung.

Sehr gefragt ist auch heute noch der Beruf des Sattlers. Meistens findet man diesen in der heutigen Zeit auch in der Autoindustrie. Der Sattler stellt aus Leder den Sattel, das Zaumzeug und sonstige Teile für den Umgang mit Pferden und anderen Tieren her. Ihre Aufträge oder Reparaturen erledigen sie oftmals vor Ort. Die klassischen Werkzeuge eines Sattlers sind unter anderem Sattlerhammer, Entenschnabelzange, Kantenzieher oder Lederhobel.

An der Zieglhütte zeigten der Korbmacher das Herstellen von Korbwaren vor allem aus Weidenholz und Stroh. Zur Herstellung eines Korbes benötigt der Korbmacher neben das Weidenholz auch Werkzeuge wie Scheren, Sägen, Spaltwerkzeuge, wie einen Dreispalter oder Schlageisen und Biegegeräte, um die richtige Länge und Form des Materials zu erreichen.

Gleich nebenan zeigte eine Buchbinderin, wie in vergangenen Tage Bücher zusammengefasst wurden. Der Buchbinder bringt das Buch in seine entgültige Form und stellt den Einband her. Er nimmt den abschließenden Arbeitsgang der Buchherstellung nach Beendigung von Redaktion, Satz und Layout und Druckarbeit vor.

Alte Spiele im Angebot

Am Tagelöhnerhaus war eine Filzerin bei der Arbeit. Sie führte den Museumsbesuchern vor, wie man aus einem Stück Filz Hausschuhe herstellt. Das Filzen ist auch heute noch eine traditionelle handwerkliche Weiterverarbeitung der Wolle oder Tierhaaren. Die Filzerin benötigt dazu in Kombination nur warmes Wasser und Seife. Gleichzeitig durchgeführtes Walken bewirkt ein gegenseitiges Duchdringen der einzelnen Fasern. Das Filzen und Walken geschieht solange, bis man die richtige Größe für das herzustellende Produkt erreicht hat.

An einem weiteren Stand, der mit Wollverarbeitung zu tun hatte, wurde einem gezeigt und erklärt, wie man aus Wolle kleine Figuren herstellt. Auch durfte man selber Hand anlegen. Auch ein Drechsler war vor Ort. Bei diesem durften die Kinder ihren Drehkreisel unter Aufsicht und Anleitung selber fertigen. Für den Kreisel brauchte er als Arbeitsmaterial ein Stück Rundholz und als Werkzeug eine Drechselbank, halbrunde Werkzeuge mit flachen Aussenschliff, Flachmeißel sowie Schlicht- und Abstechstähle.

Die Mitarbeiter des Freilandsmuseums boten den kleinen Besuchern an, alte fast vergessene Spiele auszuprobieren und die Mitglieder der Freizeitreiter Link waren mit ihren Ponys vor Ort. hape

© Fränkische Nachrichten

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