Den Schafen ging es wieder an die Wolle

Thementag stand auf dem Programm / Scheren und Verarbeitung der Wolle gezeigt

Im Freilandmuseum stand am Sonntag wieder die Schur der Schafe auf dem Programm. Die Besucher sahen, welche kulturellen Fertigkeiten der Mensch im Rahmen seiner Nutztierhaltung anwandte, um seinen Bedarf an Kleidungsstücken zu decken. Die Wurzeln der Schafzucht und der schnellen Massenproduktion liegen um 1800 in Australien. Im Museum ging der Hundheimer Schafscherer Karl- Norbert Greulich seinem Nebenberuf als Schafscherer nach. Greulich befreite die Tiere nicht nur von ihrer dicken Wolle, sondern schnitt ihnen auch die Klauen.

Schafscherer ist in einigen Ländern ein eigenständiger Beruf, der in Queensland gelehrt wird. Der Beruf entwickelte sich nach Aufkommen der Arbeitsteilung, die die massenhafte Produktion von Schaffleisch und Schafwolle hervorgerufen hat. Heute gibt es diesen Beruf vor allem in Australien und Neuseeland. Hier bei uns in Deutschland ist er seltener anzutreffen und wird nebenberuflich ausgeübt. Die Coburger Fuchsschafe, das sich im Freilandmuseum wohlfühlt, ist eine Rasse des Hausschafes. Es handelt sich um eine anspruchslose und widerstandsfähige alte Landschafsrasse, die früher besonders in kargen Mittelgebirgslandschaften weit verbreitet war. Aus der Wolle werden Einlegesohlen, Strümpfe, verschiedene Oberbekleidungen, Pullover oder Mützen hergestellt. Die abgeschorene Wolle durften sich die Besucher mit nach Hause nehmen.

Weiterverarbeitet wurde die Wolle vor Ort. Eine Filzerin war damit beschäftigt, die fette Wolle zu waschen, einzufärben und anschließend zu filzen. Die Besucherkinder durften der Filzerin helfen und hatten ihren Spaß dabei. Und was man weiter aus der Schafswolle herstellen kann, zeigten im und vor dem blauen Haus die Spinnstubenfrauen des Heimatvereins aus Höpfingen. Sie hatten viele Informationen zur Weiterverarbeitung parat. Das Kindertheater „Abraxas“ brachte den Kindern Lieder zu Gehör und spielte mit ihren Handpuppen eine Geschichte aus ihrer „Geschichtenkiste“ zum Thema „Schafschur“. hape

© Fränkische Nachrichten

Zusätzliche Informationen