Zutaten für eine Suppe gesammelt

Im Odenwälder Freilandmuseum fand am Gründonnerstag ein Kräuter-Workshop statt. Die ersten Kräuter im Frühling sollen den Körper kräftigen und Gesundheit verleihen, deshalb wurde früher traditionell zum Gründonnerstag eine „9-Kräuter-Suppe“ gekocht.

Mit der Kräuterexpertin Doris Öppling gingen Teilnehmer auf den Museumswiesen auf die Suche nach passenden Kräutern, um eine solche Gründonnerstags-Suppe zu kochen. Gänseblümchen, Brennesseln und Löwenzahn waren auch den ungeübten Kräutersammlern zumindest optisch geläufig.

Manches Grün war recht einfach zu erkennen, bei anderen gab es ähnlich aussehende Pflanzen, so dass man sich lieber bei der Expertin rückversicherte. Es wurde probiert, zerrieben und gerochen, zu jedem der gesammelten Kräuter erfuhren die Teilnehmer von Doris Öppling noch etwas über die Wirkung und Anwendung. Dass ausgerechnet neun verschiedene Kräuter für die traditionelle Suppe verwendet werden, liegt in der Kultur begründet, so die Kräuterexpertin. Von jeher war die Zahl 9 heilig, und die Zahl 9 birgt das „Neu-e“ in sich.

Nach der kurzweiligen Runde durch das Museumsgelände ging es dann in der Museumsgaststätte an das Weiterverarbeiten. Am Ende des Nachmittags konnten die Teilnehmer eine sämige, herzhafte und kräftigende Suppe genießen, die sie aus den gesammelten Kräutern gekocht hatten. Sie schmeckte nicht nur lecker, sondern war mit den Gänseblümchen und Huflattich-Blüten auch noch schön anzusehen.

Am Sonntag, 27. Mai, wird das Thema wieder aufgegriffen, wenn im Odenwälder Freilandmuseum der erste Kräutertag stattfindet und Kräuterpädagoginnen wie Doris Öppling beispielsweise zu Kräuterwanderungen einladen und an ihren Ständen zeigen, was man alles aus Wild- und Gartenkräutern machen kann.

© Fränkische Nachrichten

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